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Verteidigung

Kammergericht

Berlin, den 28.03.2002

In der Strafsache
./. Harald Glöde u.a.
2 StE 11/00 (4/2000)

wird beantragt,

aus dem Archiv der BVG die Fahrpläne der U-Bahnlinien 6, 9 und 1, die am 5./ 6.2.1987 Gültigkeit hatten, beizuziehen und den Stadtplan von Berlin in Augenschein zu nehmen und die Wege vom angeblichen Standort des Zeugen und vom Ablageort des Sprengstoffs zu den U-Bahnhöfen Reinickendorfer und Amrumer Straße zu vermessen und anhand der Maßstabsangaben auf dem Stadtplan die Entfernung zu bestimmen.

Begründung:

Der Zeuge Mousli gab in seiner Vernehmung Bd. 18, 733 an:

"Ich weiß, daß ich mich noch mit der letzten U-Bahn vom U-Bahnhof Amrumer Straße nach Hause bewegte."

In der Hauptverhandlung am 24.8.01 sagte der Zeuge Mousli aus:

" Ich weiß, ich bin mit der U-Bahn bei Schering hoch zurückgefahren."

In der Hauptverhandlung am 11.1.2002 gab er an:

"Das muß die U 6 gewesen sein. Das war da oben Reinickendorfer Straße"

Am 8.3.02 gab er an:

" Ich habe die U-Bahn, die bei Schering vorbei geht, in Erinnerung."

Der Zeuge Halfter sagte in der Hauptverhandlung am 6.12.2001 aus, daß drei mögliche Tatzeitpunkte ermittelt wurden, nämlich um 20 Uhr, 23 Uhr und O.45 Uhr.

Da es für den Zeitpunkt um 0.45 Uhr drei Tatzeugen gegeben hatte, die auch auf die Uhr gesehen hatte, hielt er diesen Tatzeitpunkt für den wahrscheinlichsten.

Dies deckt sich insoweit mit der Aussage des Zeugen Mousli, der bekundet hatte,

daß der Anschlag auf die ZSA zwischen 0.00 Uhr und 1 Uhr durchgeführt wurde und der Zündzeitpunkt 15 Minuten betrug. Er habe sich nach dem "okay", daß der Sprengsatz abgelegt worden ist, von seinem Beobachtungsort (gegenüberliegende Seite des Kanals vom Haupteingang zur ZSA) entfernt.

Nach dem Ermittlungsergebnis, daß die Zündung um 0.45 Uhr erfolgt ist und der

Zündzeitpunkt 15 Minuten betragen hat, muß er sich um 0.30 wegbegeben haben.

Die Auskunft der BVG wird folgendes ergeben:

Am 5./6.2.1987 fuhr die letzte U-Bahn

1. vom U-Bahnhof Amrumer Straße, mit der man noch den Anschluß am Zoologischen Garten an U1 Richtung Kottbusser Tor erreichen konnte, um 0.07 Uhr,

2. vom U-Bahnhof Reinickendorfer Straße um 0.37 Uhr zur U 1 Richtung Kottbusser Tor mit

( Umsteigebahnhof Halleschen Tor )

Die U-Bahn am U-Bahnhof Amrumer Straße konnte er folglich nicht genommen haben.

Die Inaugenscheinseinnahme des Stadtplans wird ergeben, daß der Weg von seinem angeblichen Beobachtungsposten am Kanal zum U-Bahnhof Reinickendorfer Straße ca. 1,1 km beträgt. Dies entspricht etwa der Strecke vom Kammergericht zum Lützowplatz.

Da der Zeuge Mousli auf Nachfragen angab, er sei in normalem Schrittempo zu U-Bahn gegangen und nicht etwa gerannt ist die Strecke in der Zeit von 7 Minuten nicht zurückzulegen.

Es wird angeregt den Zeugen Mousli, der sicherlich in Begleitung des Zeugenschutzes als Aufklärungsgehilfe zur Mithilfe bereit ist, den Weg zu Fuß zurücklegen zulassen.

Würdinger, Rechtsanwältin

Studzinsky, Rechtsanwältin

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