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Datum:
18.05.2001
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Zeitung:
Tagesspiegel
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Titel:
Ex- Terroristen wollen sich nicht äußern
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"Spuren beseitigt"
Ex-Terroristen wollen sich nicht äußern
Im Prozess gegen fünf mutmaßliche Ex-Terroristen der
"Revolutionären Zellen" (RZ) schweigen die Angeklagten.
Zum Auftakt erklärten die Angeklagten am Donnerstag vor dem
Kammergericht lediglich, sie wollten sich nicht äußern.
Auf der Anklagebank sitzt auch der 58-jährige Rudolf Schindler.
Seine 54-jährige Ehefrau ist ebenfalls angeklagt.
Die Bundesanwaltschaft wirft Schindler Rädelsführerschaft
vor. Er soll bei zwei Attentaten in Berlin 1986 und 1987 insgesamt
sieben Pistolenschüsse abgegeben haben. Die Opfer, der Leiter
der Ausländerbehörde, Harald Hollenberg, und der Vorsitzende
Richter am Bundesverwaltungsgericht, Günter Korbmacher, waren
durch die Schüsse in die Beine verletzt worden.
Die angeklagten RZ-Mitglieder sollen die Attentate gemeinschaftlich
geplant und ausgeführt haben. Neben Schindler - Deckname John
- war laut Anklage dessen Frau der führende Kopf der Berliner
RZ-Gruppe. Zur Last gelegt werden den mutmaßlichen Terroristen
auch die Sprengstoffanschläge auf die Berliner Ausländerbehörde
1987 und die Berliner Siegessäule 1991. Dabei entstand nur
geringer Sachschaden.
Ziel der RZ war nach Ansicht der Bundesanwaltschaft die gewaltsame
Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse der Bundesrepublik
durch schwere Straftaten. Die RZ-Leute hätten sich mit den
Attentaten besonders gegen die ihrer Meinung nach menschenverachtende
Asylpoltik gewandt.
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