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Presse

Datum:
23.03.2001

Zeitung:
Berliner Morgenpost

Titel:
Revolutionärer Zorn

Revolutionärer Zorn

Die Revolutionären Zellen bekannten sich seit ihrer Gründung laut Generalbundesanwalt Kay Nehm zu 186 Anschlägen. Mindestens 40 davon lassen sich demnach den beiden Berliner Zellen zurechnen, zu denen auch die vier Angeklagten gehört haben sollen. Von 1985 an richteten sich die Aktionen vorrangig gegen die Ausländer- und Asylpolitik der Bundesrepublik. Zu den spektakulärsten Anschlägen, die den RZ zugeordnet werden, gehören:

28. 10. 1986: Harald Hollenberg, Chef der Berliner Ausländerbehörde, wurde von drei Tätern vor seinem Haus in Berlin überrascht. Zwei gezielte Schüsse trafen ihn in die Beine.

6. 2. 1987: Der Sprengstoffanschlag auf die Zentrale Sozialhilfestelle für Asylbewerber (ZSA) in Berlin. Ziel des Anschlages soll gewesen sein, die Computeranlage der ZSA zu zerstören. Tatsächlich besaß die Stelle damals gar keine Computer.

1. 9. 1987: Auch der Vorsitzende Richter am Bundesverwaltungsgericht, Günter Korbmacher, wurde durch Schüsse in die Beine schwer verletzt.

16. 1. 1991: Ein weiterer Anschlag galt vor neun Jahren der Siegessäule am Großen Stern. Der Sprengsatz beschädigte den Sockel, konnte die Siegessäule aber nicht stürzen.

3. 10. 1993: Den bislang letzten Sprengstoffanschlag sollen die Berliner Zellen auf Einrichtungen und Fahrzeuge des Bundesgrenzschutzes in Frankfurt (Oder) und Görlitz verübt haben.

24. 7. 1995: Bundesweit sollen die Zellen beim Sprengstoffanschlag auf die Werkshalle einer Werft bei Bremen zuletzt zugeschlagen haben.

Unklar ist bis heute, wer am 11. Mai 1981 für die Tötung des hessischen Wirtschaftsministers Heinz Herbert Karry verantwortlich ist. Mitglieder der RZ bekannten sich schriftlich zu der Tat, sprachen jedoch von einem Unfall. Pistolenkugeln durchschlugen das Schlafzimmerfenster des Politikers und trafen ihn im Schlaf in den Bauch. Heinz Karry verblutete.

MAIL
http://www.freilassung.de/presse/berlin/mp230301b.htm