Im Prozess gegen fünf mutmaßliche Mitglieder
revolutionärer Zellen (RZ) hat gestern der Kronzeuge Tarek Mousli
erneut zu seinen Verstrickungen mit der terroristischen Vereinigung
ausgesagt. Mouslis Angaben zufolge hat ein Bekannter ihn und seinen
Freund Lothar Ebke Ende 1985 für die Revolutionären Zellen
angeworben. Lothar Ebke wartet zur Zeit in Kanada auf seine Auslieferung
nach Deutschland. In den Jahren zuvor hatte sich Mousli demnach einen
guten Ruf in der linken Szene erworben, weil er sich um das Abhören
des Polizeifunks bemühte. In einer konspirativen Wohnung am
Oranienplatz in Kreuzberg verfügte die so genannte Funkgruppe der
linken Szene über technisches Gerät, mit dem sie sogar den
Funkverkehr des Verfassungsschutzes abhörte.
In Berlin gab es zwei Revolutionäre Zellen, sagte Tarek
Mousli gestern weiter. In der einen Gruppe seien neben ihm und
Lothar Ebke auch die Angeklagten Sabine Eckle und Rudolf Schindler
tätig gewesen. Innerhalb der Zellen redeten sich die Mitglieder
mit Decknamen an. Absprachen zwischen den beiden Berliner Zellen
trafen Sabine Eckle (Deckname Judith) und Rudolf Schindler (John).
Die beiden mittlerweile Verheirateten seien aufgrund ihrer langen
Zugehörigkeit zu den RZ häufig als Wortführer aufgetreten.
Verschiedene Kommandoebenen hätte es bei den Zellen aber
nicht gegeben. Die mitangeklagten Axel Haug, Heiko Glöde
und Matthias Borgmann seien Mitglieder der zweiten Berliner Zelle
gewesen.