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Presse

Datum:
07.07.2001

Zeitung:
Berliner Morgenpost

Titel:
Lauschangriff gegen den Verfassungsschutz

Lauschangriff gegen den Verfassungsschutz

Im Prozess gegen fünf mutmaßliche Mitglieder revolutionärer Zellen (RZ) hat gestern der Kronzeuge Tarek Mousli erneut zu seinen Verstrickungen mit der terroristischen Vereinigung ausgesagt. Mouslis Angaben zufolge hat ein Bekannter ihn und seinen Freund Lothar Ebke Ende 1985 für die Revolutionären Zellen angeworben. Lothar Ebke wartet zur Zeit in Kanada auf seine Auslieferung nach Deutschland. In den Jahren zuvor hatte sich Mousli demnach einen guten Ruf in der linken Szene erworben, weil er sich um das Abhören des Polizeifunks bemühte. In einer konspirativen Wohnung am Oranienplatz in Kreuzberg verfügte die so genannte Funkgruppe der linken Szene über technisches Gerät, mit dem sie sogar den Funkverkehr des Verfassungsschutzes abhörte.

In Berlin gab es zwei Revolutionäre Zellen, sagte Tarek Mousli gestern weiter. In der einen Gruppe seien neben ihm und Lothar Ebke auch die Angeklagten Sabine Eckle und Rudolf Schindler tätig gewesen. Innerhalb der Zellen redeten sich die Mitglieder mit Decknamen an. Absprachen zwischen den beiden Berliner Zellen trafen Sabine Eckle (Deckname Judith) und Rudolf Schindler (John). Die beiden mittlerweile Verheirateten seien aufgrund ihrer langen Zugehörigkeit zu den RZ häufig als Wortführer aufgetreten. Verschiedene Kommandoebenen hätte es bei den Zellen aber nicht gegeben. Die mitangeklagten Axel Haug, Heiko Glöde und Matthias Borgmann seien Mitglieder der zweiten Berliner Zelle gewesen.

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