Der Prozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder der linksextremen
"Revolutionären Zellen" (RZ) wird möglicherweise
ausgesetzt und im Mai mit dem im Frankfurter Opec-Prozess
freigesprochenen Rudolf Schindler als weiteren Angeklagten von vorn
beginnen. Das Berliner Kammergericht signalisierte gestern, dass es
einer von der Bundesanwaltschaft beantragten Verbindung der beiden
Verfahren zustimmen wolle. Die Vorsitzende Richterin Gisela Hennig
sagte: "Wenn sich keine besonderen Umstände ergeben, werden
wir aussetzen und verbinden". Eine Entscheidung über einen
Neustart des Prozesses wird kommenden Donnerstag erwartet.
Schindler und die weiteren vier Angeklagten sollen an vier
Anschlägen von Berliner Gruppen der RZ zwischen 1986 und 1991
beteiligt gewesen sein. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen
Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie das
Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen vor. In Schindler sieht die
Bundesanwaltschaft einen damaligen Rädelsführer.