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Datum:
14.04.2001
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Zeitung:
Kölner Stadtanzeiger
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Titel:
Prozess gegen "Zellen" wird neu aufgerollt
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Terrororganisation
Prozess gegen "Zellen" wird neu aufgerollt
Berlin - Der Berliner Prozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder
der Terrororganisation "Revolutionäre Zellen" wird
neu aufgerollt. Im voraussichtlich am 17. Mai beginnenden Verfahren
soll auf Antrag der Bundesanwaltschaft auch der mutmaßliche
RZ-Rädelsführer Rudolf Schindler mit auf der Anklagebank
sitzen.
Das Kammergericht hatte entschieden, den laufenden Prozess um mehrere
Anschläge in Berlin in den 80er Jahren zu beenden und die beiden
Verfahren zu verbinden.
Den Angeklagten, darunter auch Schindlers Ehefrau Barbara Eckle,
wird die Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung zur Last
gelegt. Das Kammergericht will in dem neuen Großverfahren
die Attentate von 1986 und 1987 auf den Chef der Berliner Ausländerbehörde,
Harald Hollenberg, und den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht,
Günter Korbmacher, verhandeln. Beide waren durch Schüsse
verletzt worden.
Im 20 Jahre zurückliegenden Mordfall Heinz-Herbert Karry gibt
es ein neues Gutachten. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft.
Danach hat das hessische Landeskriminalamt am Abzug der Mordwaffe
DNA-Spuren gesichert. Ein Vergleich der Spuren entlaste den früheren
Hauptverdächtigen Schindler und seine Ehefrau.
Der damalige hessische Wirtschaftsminister und FDP-Bundesschatzmeister
Karry war 1981 in seinem Haus in Frankfurt erschossen worden. In
einem Schreiben hatten sich die "Revolutionären Zellen"
zu der Tat bekannt. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft wollte
keine Einzelheiten nennen.
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