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Datum:
17.05.2001
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Zeitung:
Frankfurter Rundschau
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Titel:
Terrorismus-Prozess gegen Schindler beginnt in Berlin
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Terrorismus-Prozess gegen Schindler beginnt in Berlin
Der mutmaßliche Rädelsführer der terroristischen
Vereinigung "Revolutionäre Zellen" (RZ), Rudolf Schindler,
sitzt vom heutigen Donnerstag an in Berlin wieder auf der Anklagebank. In
dem Verfahren müssen sich neben Schindler vier weitere
mutmaßliche RZ-Mitglieder wegen Terroranschlägen in Berlin in
den 80er Jahren verantworten. Schindler war im Frankfurter Opec-Prozess
frei gesprochen worden. Der neue Prozess in Berlin steht unter starken
Sicherheitsvorkehrungen.
Ein erster Prozessanlauf gegen die vier Angeklagten war nach drei Wochen
ausgesetzt worden, da das Verfahren von Schindler nicht abgekoppelt
geführt werden sollte. Auf Antrag der Bundesanwaltschaft hat das
Kammergericht nun beide Verfahren verbunden. Unter den Angeklagten ist auch
Schindlers Ehefrau Sabine.
Das Kammergericht will nun die Attentate auf den Chef der Berliner
Ausländerbehörde, Harald Hollenberg, im Jahr 1986 und
auf den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht, Günter
Korbmacher, (1987) klären. Beide waren verletzt worden. Ferner
klagt Generalbundesanwalt Kay Nehm die mutmaßlichen Terroristen
wegen Anschlägen auf die Siegessäule in Berlin und eine
Ausländerbehörde an. Gegen Schindler wird auch wegen des
Mordes an Hessens Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry 1981 ermittelt.
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