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Datum:
23.03.2001
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Zeitung:
Berliner Zeitung
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Titel:
Revolutionäre Zellen
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Revolutionäre Zellen
Die Revolutionären Zellen gelten als eine terroristische
Vereinigung. Sie wurden 1973 gegründet und bestanden bis 1995. Ziel
der Gruppe war nach Angaben der Staatsanwaltschaft "die gewaltsame
Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der
Bundesrepublik Deutschland durch die Begehung schwerer Straftaten wie
Schusswaffen-, Brand- und Sprengstoffanschläge".
In den 70er-Jahren bestanden logistische Kontakte zur Roten Armee
Fraktion (RAF). Die Mitglieder der Revolutionären Zellen
sympathisierten mit der RAF. Von 1985 an richteten sich die Aktionen der
Gruppe vorrangig gegen die Ausländer- und Asylpolitik der
Bundesrepublik.
In Selbstbezichtigungsschreiben hat sich die Vereinigung zu 186
Anschlägen bekannt, darunter 40 in Berlin und Umgebung. Diese wurden
nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft von Mitgliedern der
"Berliner Zelle" verübt. Die vier Angeklagten, die sich seit
Donnerstag vor dem Kammergericht verantworten müssen, sollen
Mitglieder dieser regionalen Gruppe gewesen sein. Der letzte Anschlag der
"Berliner Zelle" wurde in der Nacht zum 3. Oktober 1993 auf
Einrichtungen und Fahrzeuge des Bundesgrenzschutzes in Frankfurt an der
Oder und Görlitz verübt. Bundesweit traten die
Revolutionären Zellen zuletzt mit einem Sprengstoffanschlag auf eine
Werft in Bremen im Juli 1995 in Erscheinung.
Zur Anklage gegen die vier Beschuldigten kam es auf Grund der Aussage
eines früheren Aktivisten der Revolutionären Zellen, Tarek
Mousli. Er hatte in einem früheren Prozess als Angeklagter von der
Kronzeugenregelung Gebrauch gemacht und wird in dem jetzt laufenden
Verfahren aussagen. Er gilt als Hauptbelastungszeuge.
Die Kronzeugenregelung lief Ende 1999 aus. Die Bundesregierung hatte sie
nicht verlängert. Mousli hatte nach seiner Verhaftung 1999 als einer
der Letzten diese Möglichkeit genutzt. Er erhielt eine
Bewährungsstrafe und lebt an einem geheimen Ort.
Für den Prozess gegen die mutmaßlichen Mitglieder der
Revolutionären Zellen sind 31 Verhandlungstage angesetzt. Nach
derzeitigem Stand wird das Verfahren bis 17. August dauern. Mit
einer Zeugenaussage von Mousli wird ab Mitte April gerechnet.
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