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Datum:
25.03.2001
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Zeitung:
ap
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Titel:
Führende Grüne verlangten Freilassung mutmaßlicher
Terroristen
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Führende Grüne verlangten Freilassung mutmaßlicher
Terroristen
Parteisprecher bestätigt "Spiegel"-Bericht - Protest
gegen Kronzeugenregelung
Berlin (AP) Führende Grünen-Politiker, darunter Parteichefin
Claudia Roth, haben sich für die Freilassung mutmaßlicher
Terroristen ausgesprochen. Wie ein Sprecher der Partei am Wochenende
erklärte, gehörten Roth und Landwirtschaftsministerin Renate
Künast zu den Erstunterzeichnern eines Aufrufes zu Gunsten mehrerer
Angeklagter, denen die Bundesanwaltschaft verschiedene terroristische
Anschläge vorwirft.
In dem Aufruf, der AP vorliegt, hieß es, den Beschuldigten
würden Straftaten vorgeworfen, die sich "gegen die zunehmend
inhumanere bundesdeutsche Flüchtlingspolitik richteten". Die
Haftbefehle basierten ausschließlich auf den Aussagen eines
Kronzeugen der Anklage - "einer, wie die Erfahrungen zeigen,
unglaubwürdigen Rechtsfigur". Der Wortlaut wurde im Herbst 2000
verfasst. Damals war Künast Parteichefin und Roth Vorsitzende des
Bundestagsausschusses für Menschenrechte.
Der Grünen-Sprecher bestätigte mit seinen Angaben einen
"Spiegel"-Bericht. Er legte jedoch Wert auf die Feststellung,
dass es den Unterzeichnern weniger um die "sofortige Freilassung"
der Inhaftierten gegangen sei, sondern eher um Kritik an der Kronzeugenregelung
und den Umstand, dass die Tatvorwürfe im Wesentlichen verjährt
seien.
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