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Anschlag auf das US- Offizierskasino, Frankfurt
(Dezember 76)
Die Revolutionären Zellen haben heute im militärischen
Sperrgebiet der Rhein- Main- Airbase das Offizierskasino durch einen
Bombenanschlag zerstört. Dieser Anschlag führt den antiimperialistischen
Kampf in der BRD weiter und hat das Ziel, den Feind anzugreifen
und zu demoralisieren. US- Offiziere und Generale sollen sich nicht
mehr fett und sicher in ihren Kasinos an Tel Saatar und Entebbe
besaufen können.
Die
Rhein- Main- Airbase der US- Armee stellt die direkte und wichtigste
militärische Verbindung zu den USA her. Sie dient als Knotenpunkt
für die amerikanischen Militärbasen in Europa, Asien und
Afrika und ist mit einer kompletten Telekommunikationseinheit der
CIA ausgerüstet. Die dort eingesetzten Agenten haben bereits
reiche Erfahrungen bei geheimen Militäroperationen in Vietnam,
Kinshasa, auf Manila und den Philippinen gesammelt. Daß gerade
die BRD so vollgestopft ist mit US- Militär, US- Kapital und
Geheimdiensten hängt damit zusammen, daß sie sich hier
heimisch fühlen. Der US- Imperialismus fühlt sich in seiner
Hauptfiliale, der imperialistischen BRD sicher, sicherer als sonstwo
auf der Welt.
Mit dem Imperialismus zu leben, heißt: noch viele Chiles
möglich zu machen; zu dulden, daß England weiterhin Nordirland
blutig besetzt hält; daß die BRD den Revolutionsprozeß
in Portugal abwürgt. Heißt dem Völkermord an den
Palästinensern zuzusehen und ermöglicht eine "Befriedungsstrategie"
in den südafrikanischen Ländern, die nur die Einführung
des Wirtschaftskolonialismus zum Ziel hat.
Mit dem Imperialismus leben, heißt zuzusehen, wie CIA, ITT,
Chase Manhatten und Siemens in den 70er Jahren Lateinamerika wieder
fest in ihren Krallen haben und einem ganzen Kontinent die Hoffnung
auf ein menschenwürdiges Leben mit Folter, Maschinengewehren
und Coca Cola ausgetrieben haben. Heißt, tatenlos zuzusehen
bei der weltweiten Hatz auf Widerstandskämpfer.
Imperialistische
Kultur ist Todeskultur: Sie mißhandelt ihre Kinder, mißachtet
ihre Alten, sie läßt Menschen zu plastic people erstarren
und programmiert Emotionen, Denken und Verhalten. Es mag sein, daß
wir mehr essen und über Geräte verfügen, aber wir
sind unter Konkurrenzdruck, unsicher und in Angst. Unsere Arbeit
ist bedeutungslos, der Verschleiß ist vorprogrammiert. Wir
sind technologisch am weitesten fortgeschritten, Fortschritt, der
immer mehr Menschenleben fordert: Hiroshima [8],
Contergan [9], Seveso [10],
Grundremmingen [11], Krebs
durch Vergiftung von Wasser, Luft und Lebensmittel sind einige der
tödlichen Meilensteine.
Die militärisch- psychologische Kriegsführung gegen die
eigene Bevölkerung ist längst Realität und wird ständig
perfektioniert: So probt die US- Armee die Verseuchung von U- Bahn-
Schächten mit tödlichem Gas und von Wasserleitungen mit
tödlichem Gift, baut in West- Berlin eine Geisterstadt, um
Einsätze gegen mögliche Unruhen und Aufstände in
der deutschen Bevölkerung zu üben, pumpt die BRD voll
mit Atom- und H- Bomben.
Das meint: imperialistische Kultur ist eine Todeskultur.
Antiimperialismus ist unsere Kulturrevolution - für ein neues
Leben von autonomen Völkern mit freien Menschen.
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